Anlegen in der „Nullzinsphase“

Sparanlagen alleine erwirtschaften kaum mehr Erträge. Der risikolose Zins wurde abgeschafft – und das mit gravierenden Folgen für die Anleger. Niedrige Zinsen, steigende Schwankungen, dazu ein wachsender Gleichlauf zwischen einzelnen Anlagen. Niemals in der Nachkriegsgeschichte war das Anlageumfeld herausfordernder – was tun?

Weshalb die Zinsen niedrig bleiben
Die EZB macht ernst und lässt ihren Worten Taten folgen. Seit Anfang Juni kaufen die Währungshüter wie angekündigt nun auch Unternehmensanleihen auf – und lockern ihre ohnehin schon extrem expansive Geldpolitik nochmals Schätzungen zufolge könnte die EZB bis März 2017 Unternehmenspapiere im Wert von ca.100 Milliarden Euro aufkaufen. Ob jedoch damit wie erhofft die Kreditkonditionen der Unternehmen noch weiter gedrückt werden und diese dann mehr Investitionen tätigen, darf nach den Erfahrungen der letzten Jahre bezweifelt werden. Denn weder die Konjunktur noch die Inflation wurden in der Vergangenheit mit den EZB-Experimenten angekurbelt. Die „Medizin Niedrigzins“ verursacht allerdings enorme Nebenwirkungen, die genau beobachtet werden müssen. Denn eine Niedrigzinsphase birgt – je länger sie andauert – Gefahren für das Entstehen neuer spekulativer Blasen.  Wir gehen davon aus, dass die Notenbanken die Zinsen noch sehr lange künstlich niedrig halten werden, denn die hochverschuldeten Haushalte der Industrieländer lassen sich anders nicht mehr finanzieren.

Volkswirtschaft – Gefahr von Blasen
Nur nationale Wirtschaftsreformen können helfen. Eine geldpolitische Kurswende zum jetzigen Zeitpunkt käme allerdings zu früh. Entscheidend ist, dass die Euro-Staaten die Zeit, die ihnen die EZB durch die Nullzins-Politik eingeräumt hat, nutzen, um die notwendigen Reformen umzusetzen und ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu verbessern.
 
Unternehmen - Finanzieren günstiger
Für Unternehmen sollen die extrem niedrigen Zinsen ein Anreiz sein, mehr Kredite aufzunehmen und ihre Investitionen zu steigern. So die Vorstellung der EZB, die auf diese Weise die schwächelnde Konjunktur im Euroraum beleben möchte. Und tatsächlich: Deutsche Unternehmen bekommen so günstig Kredite wie noch nie zuvor. Allerdings werden diese Kredite zu wenig abgerufen. Daher geht die EZB-Politik an einem wesentlichen Ziel vorbei: Viele Unternehmen in Deutschland sind so gut aufgestellt, dass sie ihre ohnehin gegenwärtig recht geringen Investitionen zu großen Teilen ohne Finanzierung stemmen können.

Privatpersonen haben weniger
Anlagen haben in letzter Zeit real häufig an Wert verloren - da der Zins meist niedriger war als die Inflationsrate. Anleger zählen daher auf Dauer zu den Verlierern der Niedrigzinsphase. Viele Verbraucher sind allerdings nicht nur Anleger, sondern auch Kreditnehmer - und können dadurch von den niedrigen Zinsen profitieren.

Lohnt es sich noch zu sparen?
Um den Kaufkraftverlust auszugleichen, muss der Zinssatz über der Inflationsrate liegen. Ein realer Gelderhalt – also Zins abzüglich Inflationsrate – kann nur noch erreicht werden, indem man sein Geld breit streut und auch risikoreichere Anlagen wie z.B. Aktien oder Aktienfonds berücksichtigt. Wer das nicht möchte, muss sich damit abfinden, dass sein Erspartes an Kaufkraft verliert. Dennoch sollte man nicht auf das Sparen verzichten, denn eine finanzielle Rücklage ist notwendig, um unvorhergesehene Ausgaben zu bestreiten. Soweit möglich ist es sinnvoller zunächst Kredite zurückzuzahlen, anstatt Geld auf dem Sparkonto anzulegen.

Die Suche nach Renditen

Das aktuelle Niedrigzinsumfeld verändert grundlegend die Vorzeichen bei Anlage-entscheidungen. Früher gab es Zinsanlagen mit verlässlichen Erträgen. Der Wunsch nach Sicherheit war nur mit dem Verzicht von Zusatzerträgen verbunden. Bei einer Nullzinspolitik der EZB kann nicht mehr wirken. Es kommt also zu Wertverlusten. Das trifft private Haushalte in doppelter Hinsicht: direkt über ausbleibende Zinserträge und indirekt über geringe Renditen bei den Altersvorsorgeprodukten. Wenn alte Muster nicht mehr greifen, braucht es Veränderungen.
 
Wie lange dauert es, sein Vermögen mit sicheren Anlagen zu verdoppeln?
Zwischen 1960 und 1990 waren es zwischen neun und elf Jahre. Aktuell sind es über 230 Jahre! Kurz gesagt: wer seine Anlageziele erreichen möchte, muss mehr sparen und früher damit anfangen - oder andere Wege gehen.

Abschied von der Vollkasko-Mentalität
Das starre Festklammern an traditionellem Sparverhalten hat schwere Folgen: Forscher der Goethe-Universität haben die kumulierten, in den nächsten fünf Jahren entgehenden Zinserträge bei einem unterstellten Zinsnachteil von zwei Prozent auf 224 Milliarden Euro ermittelt. Bei einer Gegenrechnung der Vorteile durch Baufinanzierungen bleiben immer noch 60 Milliarden Euro weniger. Das heißt: bei den Anlegern muss ein Umdenken einsetzen, wenn sie keine   allzu großen Realverluste hinnehmen möchten. Es ist wichtiger denn je sich neuen Anlageklassen zu öffnen.

Mit diesen Erfolgsfaktoren bieten Sie der „neuen Finanzwelt“ Paroli

  • Verbinden Sie Vermögensanlagen mit einer monatlichen Sparrate
    So lässt sich ein fehlender Zins und Zinseszinseffekt abfedern
      
  • Geben Sie sich Zeit
    Investieren Sie langfristig in renditeträchtige Anlagen
     
  • Die jährlichen Renditesieger wechseln
    Überlassen Sie die Beobachtung von Märkten und die Beurteilung von günstigen Gelegenheiten uns Profis

  • Suchen Sie die Vermögensstruktur die zu Ihnen passt
    Legen Sie Wert auf eine breite Streuung. Setzen Sie nicht alles auf „eine Karte“. So reduzieren Sie das Risiko und bewahren ihre Chancen

  • Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Vermögensstruktur mit Ihrem Berater   
    Damit Sie Ihre Ziele, Pläne oder Wünsche erreichen, ist eine regelmäßige Überprüfung der Struktur und ggf. eine Anpassung erforderlich.

Fazit:
Das Nullzinsumfeld wird die Kapitalanlagen voraussichtlich noch lange begleiten. Der Anleger hat aktuell nicht mehr die Möglichkeit, sein Kapital risikolos im Wert zu erhalten. So besteht nur die Möglichkeit, mit einer risikolosen Anlage einen Kaufkraftverlust oder unter Inkaufnahme von Risiken einen angemessenen Anlageerfolg zu erzielen.
Für den Anleger geht es vor allem um zwei Fragen:

  • Wie viel Risiko muss ich eingehen, um meine Anlageziele zu erreichen?
  • Welche Risiken will bzw. kann ich eingehen?
     

Sprechen wir über Ihre Fragen und finden gemeinsam Antworten.